Persönliche Schutzausrüstung (PSA)

Die PSA gegen Absturz sind persönliche Schutzausrüstungen der Kategorie III (EU-Verordnung 2016/425) zum Sichern aller Arbeiten in der Höhe, vom Bauwesen bis zur Windenergie. SASSI, Erbe des 1920 entstandenen Sattler-Know-hows, bedeutet Société d'Articles de Sécurité et de Sellerie Industrielle (Gesellschaft für Sicherheitsartikel und Industriesattlerei). Die Marke entwickelt und produziert in Frankreich die gesamte Absturzsicherungskette: Auffanggurte (EN 361), Verbindungsmittel und Falldämpfer (EN 354 / EN 355), Höhensicherungsgeräte (EN 360), mitlaufende Auffanggeräte (EN 353), Verbindungselemente und Karabiner (EN 362), Anschlagpunkte und horizontale Seilsysteme (EN 795).

Maurer, Zimmermann, Dachdecker, Windenergietechniker, Baumpfleger, Pylontechniker: Jeder Berufszweig verfügt über ein komplettes und zugelassenes Absturzsicherungsset, das sofort einsatzbereit ist. Gurte zertifiziert bis 150 kg, französische Herstellung, maßgeschneiderte Lösungen und Firmenbranding möglich.

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PSA gegen Absturz & Höhenarbeit: der komplette Leitfaden (Auffanggurte, Verbindungsmittel, Normen) | SASSI
Technischer Leitfaden PSA

PSA gegen Absturz und Höhenarbeit: der komplette Leitfaden, nach Norm und Beruf

Verfasst vom SASSI-Technikteam · Letzte Aktualisierung: 18. Juni 2026 · Lesezeit ~15 Min

Eine PSA gegen Absturz ist eine persönliche Schutzausrüstung der Kategorie III — der höchsten, die tödliche Risiken abdeckt — die dazu bestimmt ist, den Sturz eines in der Höhe arbeitenden Bedieners zu stoppen. Konkret handelt es sich nie um einen einzelnen Gegenstand, sondern um ein System: einen Auffanggurt, ein Verbindungsmittel und einen Anschlagpunkt, die so konzipiert und zertifiziert sind, dass sie zusammenwirken. Dieser Leitfaden erklärt, wie dieses System funktioniert, was die Normen besagen und wie man die richtige Ausrüstung je nach Beruf — vom Maurer bis zum Windkrafttechniker — auswählt.

Das Wichtigste in einem Satz: Stürze aus der Höhe sind die zweithäufigste Ursache für tödliche Unfälle in der Industrie und im Baugewerbe — etwa 1 von 7 tödlichen Unfällen resultiert aus einem Sturz. Ein richtig ausgewähltes, eingestelltes und überprüftes Absturzsicherungssystem reduziert dieses Risiko auf ein kontrolliertes Niveau. Die ganze Herausforderung liegt in diesen drei Worten: ausgewählt, eingestellt, überprüft.

1. Was ist ein Auffangsystem?

Ein Auffangsystem besteht immer aus drei untrennbaren Elementen: einem Auffanggurt, einem Verbindungsmittel und einem Anschlagpunkt.

Diese Logik wird oft mit der Regel G-V-A zusammengefasst: Gurt, Verbindung, Anschlag. Jedes Element hat eine präzise Funktion, und ihre Kombination schützt — ein ausgezeichneter Gurt, der an einem fragwürdigen Anschlagpunkt befestigt ist, ist nutzlos.

  • Der Auffanggurt ist die einzige zugelassene Schnittstelle zwischen Körper und System. Nur ein kompletter Gurt mit Schulter- und Beingurten ist als Absturzsicherung anerkannt. Er verteilt die Auffangkraft auf die Körperbereiche, die sie aufnehmen können, und hält den Bediener nach dem Sturz aufrecht.
  • Das Verbindungsmittel (Verbindungsmittel, Falldämpfer, Höhensicherungsgerät, mitlaufendes Auffanggerät...) verbindet den Gurt mit dem Anschlagpunkt, begrenzt die Bewegung, hält den Bediener im Falle eines Sturzes und — ein wichtiger Punkt — dämpft den Aufprall, damit er unter 6 kN bleibt auf den Körper.
  • Der Anschlagpunkt ist der Punkt, an dem der Bediener befestigt ist. Die Norm verlangt, dass er über 10 kN für mindestens 3 Minuten standhält. Er kann fest (Ring, Bolzen, Anschlagschlinge) oder beweglich (vertikale oder horizontale Seilstrecke) sein, muss aber immer an einem Träger befestigt sein, dessen Widerstandsfähigkeit ebenfalls gewährleistet ist.

Warum 6 kN? Weil über dieser Auffangkraft die Belastungen der Wirbelsäule und der Organe traumatisch werden. Die gesamte Arbeit der Hersteller — SASSI wie Petzl, Tractel, Honeywell Miller, Kratos oder Néofeu — besteht darin, zu gewährleisten, dass kein Glied der Kette diesen Schwellenwert überschreitet.

2. Der Rechtsrahmen: Was sagt das Gesetz?

PSA gegen Absturz unterliegt der Europäischen Verordnung (EU) 2016/425 und wird in spezifische EN-Normen für jedes Bauteil unterteilt.

Die Verordnung (EU) 2016/425, die am 21. April 2018 in Kraft getreten ist, regelt die Konzeption, Herstellung und das Inverkehrbringen von PSA. Absturzsicherungen fallen unter die Kategorie III (Risiken, die tödliche oder irreversible Folgen haben können): Sie müssen die CE-Kennzeichnung tragen, gefolgt von der Nummer der benannten Stelle, einer EU-Baumusterprüfung unterzogen werden und einer Produktionsüberwachung unterliegen. Die Verordnung weitet die Verantwortung auf die gesamte Lieferkette aus: Hersteller, Importeur, Händler.

Auf Seiten des Arbeitgebers schreibt das Arbeitsschutzgesetz den Vorrang des Kollektivschutzes (Geländer, Netze) vor dem Individualschutz, die Bereitstellung konformer PSA und die Schulung im Tragen und Gebrauch der Ausrüstung vor (Artikel R.4323-91 ff.). Ein ohne Schulung ausgegebener Gurt erfüllt die Sicherheitsverpflichtung nicht.

Die zu beachtenden EN-Normen

Norm Gegenstand
EN 361 Auffanggurte (die zentrale Komponente)
EN 358 Haltegurte und Halteseile für die Arbeitsplatzpositionierung
EN 813 Sitzgurte für die Höhenarbeit
EN 354 Verbindungsmittel (Verbindungselement)
EN 355 Falldämpfer
EN 360 Höhensicherungsgeräte mit selbsttätigem Seileinzug
EN 353-1 / 353-2 Mitlaufende Auffanggeräte an fester Führung (1) oder flexibler Führung/Seil (2)
EN 362 Verbindungselemente (Karabiner, Glieder)
EN 795 Anschlagpunkte (Typen A bis E)
EN 1496 Rettungsgeräte mit Hubfunktion
EN 1891 / ISO 1140 Seile: ummantelte Statikseile / geflochtene Seile
EN 365 Gebrauchsanweisung, Wartung und regelmäßige Überprüfung von PSA
EN 397 / EN 12492 Schutzhelme: Industrie / Höhenarbeit und Rettung
Verordnung (EU) 2016/425 Allgemeiner Rahmen für PSA in Europa (Kategorie III)

3. Der Auffanggurt (EN 361)

Der Auffanggurt nach EN 361 ist die einzige zugelassene Ausrüstung, um den Körper mit einem Absturzsicherungssystem zu verbinden. Ein guter Gurt vereint Komfort, Funktionalität und Widerstandsfähigkeit.

Man unterscheidet drei große Familien: den einfachen Auffanggurt, den Gurt mit Arbeitsplatzpositionierungsgurt (kombiniert EN 361 und EN 358) und den Gurt mit Beingurten für Positionierung und Hängung (integriert EN 813). Die Wahl hängt vom Beruf und der Arbeitsposition ab.

Die Anschlagpunkte: 1, 2, 4 oder 5 Punkte

Die Anzahl und Position der Befestigungspunkte bestimmen die möglichen Verwendungszwecke des Gurtes:

  • 1 Punkt (dorsal): einfacher Auffanggurt. Der dorsale Punkt hält den Bediener nach dem Sturz aufrecht. Dies ist die Grundkonfiguration – zum Beispiel die REF. 453N oder die REF. 415 bis.
  • 2 Punkte (dorsal + sternal): der sternale Punkt (Brust) erleichtert den Anschluss eines mitlaufenden Auffanggeräts oder eines Verbindungsmittels und bietet eine bequemere Arbeitsposition. Dies ist der vielseitigste Standard – der REF. 450 RCE ist ein Bestseller, mit Schaumstoffpolsterung an Schultern, Oberschenkeln und Rücken.
  • 4 Punkte (dorsal, sternal + 2 seitlich): die beiden seitlichen D-Ringe, verbunden mit einem Gurt, ermöglichen die Arbeitsplatzpositionierung – rückwärts gelehnt, Hände frei, abgestützt auf das Halteseil.
  • 5 Punkte (+ ventral): der ventrale Punkt ermöglicht das Arbeiten in hängender Position (Baumpflege, Akrobatikarbeiten) mit besserem Komfort in sitzender Position – wie der REF. 477, der für Arbeiten an Masten, Windkraftanlagen und Seilzugängen bestimmt ist.
Absolute Regel zu merken: Nur die dorsalen und sternalen Punkte sind für den Anschluss eines Absturzsicherungssystems vorgesehen. Die seitlichen und ventralen Punkte dienen ausschließlich der Arbeitsplatzpositionierung und dem Komfort – niemals der Absturzsicherung. Sich an einem seitlichen Punkt zum Schutz vor einem Sturz zu befestigen, ist ein Fehler, der tödlich sein kann.

Den Gurt richtig einstellen

Ein falsch eingestellter Gurt ist ein Gurt, der verletzt. Die Beingurte sollten eine flache Hand durchlassen, ohne zu flattern; die Rückenplatte sollte sich zwischen den Schulterblättern befinden; die Schultergurte sollten weder drücken noch rutschen. Modelle mit automatischen Schnallen (Typ RAPCO) beschleunigen die Einstellung, ohne die Sicherheit zu beeinträchtigen. Bei längerem Gebrauch verbessern Schaumstoffpolster und Zubehör wie die Positionierungsweste REF. 96 oder die Schulterpolsterung REF. 97 den Komfort am Ende des Tages erheblich. Zu beachten: SASSI-Gurte sind bis 150 kg (Benutzer + Werkzeug) zugelassen, ein Punkt, der bei tragender Last des Bedieners systematisch überprüft werden muss.

4. Verbindungsmittel und Falldämpfer (EN 354 / EN 355)

Das Verbindungsmittel verbindet den Gurt mit dem Anschlagpunkt; der Falldämpfer begrenzt die Stoßkraft im Falle eines Sturzes unter 6 kN. Bei jeder Absturzgefahr gehören Verbindungsmittel und Falldämpfer zusammen.

Ein loses Verbindungsmittel (EN 354) dient der Positionierung oder dem Halten, darf aber niemals allein als Absturzsicherung verwendet werden, wenn eine Fallhöhe besteht: Ohne Falldämpfer überträgt der abrupte Stopp eine zerstörerische Kraft auf den Körper. Es ist der Falldämpfer (EN 355), dessen Gurtband kontrolliert reißt, der die Verzögerung verlängert und den Aufprall auf 6 kN begrenzt.

Einfaches oder doppeltes Verbindungsmittel?

Dies ist die häufigste Frage im Feld. Mit einem einfachen Verbindungsmittel muss man sich lösen, um den Anschlagpunkt zu wechseln – man ist also für die Dauer des Vorgangs ungeschützt. Mit einem doppelten Verbindungsmittel (in Y-Form, oder „Gabelverbindungsmittel“) hakt man den zweiten Strang ein, bevor man den ersten löst: Der Schutz wird niemals unterbrochen. Für jede Bewegung in der Höhe (Dachstuhl, Metallkonstruktion, Mast) ist das doppelte Verbindungsmittel mit Falldämpfer die Referenz – zum Beispiel das Gabelverbindungsmittel REF. 157, mit zwei Strängen, die mit Karabinern mit großer Öffnung ausgestattet sind.

Der freie Fallraum: die Berechnung, die rettet

Der freie Fallraum ist die notwendige freie Höhe unter den Füßen, damit der Bediener im Falle eines Sturzes weder den Boden noch ein Hindernis berührt. Für ein Verbindungsmittel mit Falldämpfer wird ein Minimum von 6 Metern angenommen, das sich wie folgt zusammensetzt:

Komponente Höhe
Länge des Verbindungsmittels bis 2,00 m
Dehnung des Falldämpfers bis 1,75 m
Körpergröße des Bedieners unter dem Befestigungspunkt ~1,50 m
Sicherheitsabstand unter den Füßen 1,00 m
Minimaler freier Fallraum ≈ 6,00 m

Ist die verfügbare Höhe unter dem Bediener geringer als dieser freie Fallraum, ist das Verbindungsmittel + Falldämpfer kontraindiziert: Man wechselt zu einem Höhensicherungsgerät (EN 360) oder einem mitlaufenden Auffanggerät (EN 353), die die Fallstrecke stark reduzieren.

Der Sturzfaktor

Der Sturzfaktor misst die Schwere eines Sturzes: Es ist das Verhältnis zwischen der Fallhöhe und der Länge des Verbindungsmittels.

  • Faktor 0: Anschlagpunkt über dem Kopf, Verbindungsmittel gespannt – fast kein Sturz. Ideale Situation.
  • Faktor 1: Anschlagpunkt auf Höhe des Gurtes – mittelschwerer Sturz.
  • Faktor 2: Anschlagpunkt an den Füßen (der schlimmste Fall) – maximaler Sturz, extreme Belastungen.

Die goldene Regel: So hoch wie möglich verankern, idealerweise über dem Befestigungspunkt. Je höher die Verankerung, desto geringer der Sturzfaktor – und somit der erforderliche freie Fallraum.

5. Höhensicherungsgeräte mit selbsttätigem Seileinzug: die Rollen (EN 360)

Ein Höhensicherungsgerät mit selbsttätigem Seileinzug (Rolle) folgt den Bewegungen des Bedieners und blockiert im Falle eines Sturzes sofort, wodurch die Auffangstrecke stark reduziert wird.

Das Höhensicherungsgerät wickelt sein Gurtband oder Seil wie einen Sicherheitsgurt im Auto automatisch ab und auf. Im Falle eines Sturzes blockiert der Mechanismus innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde. Dies ist die ideale Lösung, wenn der freie Fallraum begrenzt ist oder wenn man Bewegungsfreiheit ohne lose Seile haben möchte. Das SASSI-Sortiment umfasst Höhensicherungsgeräte mit Stahlseil von 10 bis 40 m (REF. 385/10 bis 385/40), ein kompaktes Modell mit 6 m Gurtband (REF. 377) und ein Höhensicherungsgerät mit Dyneema-Gurtband und Dämpfer, an scharfen Kanten getestet (REF. 378) – ein wesentliches Kriterium bei Stahlkonstruktionen oder Plattenkanten, wo das Gurtband im Falle eines Sturzes an einer scharfen Kante reiben kann.

6. Mitlaufende Auffanggeräte / gleitende Auffanggeräte (EN 353-1 und EN 353-2)

Ein mitlaufendes Auffanggerät gleitet entlang einer Führung (Seil oder Kabel) und begleitet den Bediener beim Auf- und Absteigen, blockiert aber im Falle eines Sturzes.

Dies ist die Ausrüstung für vertikale Zugänge: Seilaufstiege, Steigleitern mit Rückenschutz, Fortschritt auf Schrägdächern. Das Auffanggerät folgt dem Bediener ohne manuelles Eingreifen und blockiert im Falle eines Sturzes sofort an der Führung. Man unterscheidet zwischen EN 353-1 (feste Führung: Schiene oder gespanntes Kabel, wie die REF. 366 bis an Stahlseil) und EN 353-2 (flexible Führung: Seil, wie die REF. 365, 366/10 und 367). Jedes gleitende Auffanggerät ist für einen bestimmten Seildurchmesser (12 oder 15 mm) ausgelegt: Die Verwendung eines nicht konformen Seils macht die Sicherheit zunichte.

7. Verbindungselemente: Karabiner und Glieder (EN 362)

Das Verbindungselement (Karabiner) ist das Glied, das die Komponenten miteinander verbindet. Gemäß EN 362 muss es automatisch oder manuell verriegeln und Belastungen von 22 bis 25 kN standhalten.

Man wählt den Karabiner je nach Verwendungszweck: Schraubverschluss für einen selten manipulierten festen Punkt (der REF. 40 aus Stahl, 22 kN, ist ein Bestseller), automatischer Verschluss mit Doppel- oder Dreifachwirkung für häufige Manipulationen (REF. 40T mit dreifachem Sicherheits-Drehring), große Öffnung zum Einhaken an Rohrkonstruktionen (REF. 39, Öffnung 60 mm) oder Wirbelkarabiner zur Vermeidung von Torsion der Verbindungsmittel (REF. 38, 25 kN). Zwei nicht verhandelbare Prinzipien: Ein Verbindungselement arbeitet immer in Richtung seiner größten Länge (niemals in Biegung auf dem Finger) und sein Verriegelungssystem muss geschlossen und eingerastet sein, bevor es belastet wird.

8. Anschlagpunkte und Seilsysteme (EN 795)

Das Anschlagmittel ist der feste oder mobile Punkt, an den sich der Bediener anschließt. Die Norm EN 795 klassifiziert es in fünf Typen (A bis E) je nach seiner Art.

Typ Anschlagmittel EN 795
A Feste strukturelle Verankerung (Platte, Ring an der Stütze befestigt)
B Provisorische, transportable Verankerung (Anschlagschlinge, Dreibein, Gurtband)
C Horizontale flexible Seilstrecke (Kabel)
D Horizontale starre Seilstrecke (Schiene)
E Ballastierter Anschlagpunkt (ballastiert, für Flachdächer)

Für eine einfache und universelle temporäre Verankerung wird die Verankerungsschlinge (REF. 35, 0,60 bis 1,50 m, EN 795) um eine tragfähige Struktur gelegt. Zur Sicherung eines Arbeitsbereichs ermöglicht die horizontale Anschlagleine einem oder mehreren Arbeitern, über die gesamte Länge gesichert zu bleiben: SASSI bietet temporäre Anschlagleinen aus Gurtband (REF. 352, einstellbar von 5 bis 20 m, EN 795 B, in wenigen Minuten installiert) sowie permanente Anschlagleinen aus Edelstahldrahtseil an, die nach Plan für Laufwege, Dächer, Tanks oder Öfen entworfen und kalkuliert werden. Wichtiger Hinweis: Jeder Anschlagpunkt einer Anschlagleine muss mindestens 10 kN aushalten, ebenso wie die tragende Struktur.

9. Helm und Zubehör

In der Höhe ist der Helm kein Detail. Ein klassischer Bauhelm (EN 397) schützt vor herabfallenden Gegenständen; für Höhenarbeiten und Rettungseinsätze wird ein Helm mit verstärktem Kinnriemen (EN 12492) bevorzugt, der auch bei einem Sturz oder Umkippen an Ort und Stelle bleibt. SASSI bietet einen Helm mit 4-Punkt-Kinnriemen (REF. 100bis) und eine Version mit integrierter Brille (REF. 100ter) an. Hinzu kommen Zubehörteile, die Zeit sparen und die Sicherheit erhöhen: elastische Werkzeughalter mit Karabiner, spezielle Transporttaschen und -koffer, Handschuhhalter – das komplette Ökosystem für den Höhenarbeiter.

10. Rettung und Arbeiten in engen Räumen

In der Höhe wie in engen Räumen reicht es nicht aus, einen Sturz aufzuhalten: Das Opfer muss schnell evakuiert werden können. Die Rettung ist ein integraler Bestandteil des Systems.

Nach einem Sturz ist ein im Gurt hängender Arbeiter dem Gurt-Trauma (oder Hängetrauma) ausgesetzt: Die Immobilität in der Suspension verlangsamt den venösen Rückfluss und kann innerhalb weniger Minuten zu Bewusstlosigkeit führen. Daher ist ein Rettungsplan und geeignetes Material vor dem Aufstieg von entscheidender Bedeutung.

Für enge Räume (Schächte, Tanks, Silos, Sammler, Pumpstationen) kumulieren sich die Gefahren: Sturzrisiko, sauerstoffarme Atmosphäre, giftige Gase, rutschige Wände. Die Referenzausrüstung kombiniert einen Gurt mit dorsalem und sternalem Anschlagpunkt, ein Hebe-Dreibein für Schachtöffnungen (REF. 395: Aluminium, einstellbar 1,15–2,15 m, bis 500 kg), eine Rettungswinde (EN 1496) und einen Höhensicherungsautomaten mit Rückholsystem. Das Ziel: den Abstieg, den Aufstieg und die Rettung sicherzustellen, ohne einen zweiten Helfer abzusteigen – denn in engen Räumen verwandelt eine improvisierte Rettung zu oft ein Opfer in zwei.

11. Auswahl der PSA gegen Absturz nach Beruf

Jeder Beruf hat seine eigenen Risiken und somit seine eigene Ausrüstung. Hier sind typische Konfigurationen, die SASSI in gebrauchsfertigen, zugelassenen Berufskits zusammenfasst.

Maurer & Bau

Belastete Gerüste, Fassaden, hohe Öffnungen, unsichere Standflächen. Auffanggurt, Verbindungsmittel + Falldämpfer, Karabiner und Verankerungsschlinge. Das vielseitige Kombi für alle Gewerke.

Bausatz · Gerüstsatz · Komfort-Allround-Kit

Zimmermann

Gerade montierte Strukturen, schräge und feuchte Hölzer, sich stündlich ändernde Stützpunkte. Gurt + Verbindungsmittel, mitlaufendes Auffanggerät am Seil, Verankerung an First oder Pfetten.

Zimmermann-Kit (REF. 3018)

Dachdecker & Abdichter

Schräge Dächer, Dachränder, rutschige Oberflächen (Eis, Moos), wechselndes Wetter. Gleitendes Auffanggerät am Seil, Halte-Verbindungsmittel, Dachanschlagpunkte.

Dachdecker-Kit (REF. 3006)

Windkraft-Techniker

Extreme Höhenarbeit (80 bis 150 m), Steigleiter mit Rückenschutz, Gondel, exponierte Außenarbeiten an der Nabe bei Wind. Mehrpunkt-Gurt (4 oder 5 Punkte), doppeltes Verbindungsmittel, spezielle Gondelverankerungen.

Windkraft-Kit (REF. 3019)

Baumpfleger

Instabile Umgebung, Bewegung von Ast zu Ast, längere Aufhängung. Sitzgurt (EN 813), verstellbares Halte-Verbindungsmittel, Seile und Steighilfen.

Baumpfleger-Kit (REF. 4075)

Mastbauer

Besteigung von Masten, Relaisantennen, Gitterstrukturen. Gurt mit Arbeitsplatzpositionierung, doppeltes Verbindungsmittel für kontinuierliches Weiterbewegen, mitlaufendes Auffanggerät.

Mastbauer-Kit (REF. 4074)

Hebebühne (PEMP)

Hubarbeitsbühne: Der Gurt ist obligatorisch (Kipp- oder Auswurfrisiko). Auffanggurt + kurzes Verbindungsmittel, am Boden oder an den Geländern verankert.

Hebebühnen-Kit (REF. S4152)

Photovoltaik-Installateur

Schräge Dächer, glatte Stahlblechdächer, sperrige Module, die die Stützpunkte verdecken. Gurt, Verbindungsmittel + Falldämpfer, gleitendes Auffanggerät und spezielle Anschlagpunkte.

Photovoltaik-Installateur-Kit (REF. 3025)

Metallbau

Gerade montierte Holz- und Metallkonstruktionen, schmale und rutschige Profile, bewegliche Strukturen. Hochbelastbarer Gurt, Verbindungsmittel mit Falldämpfer, auf scharfe Kanten getesteter Höhensicherungsautomat, horizontale Anschlagleine.

Metallbau-Kit (REF. 4530)

Enge Räume

Schächte, Tanks, Sammler: Sturz + Atmosphäre + Rettung. Rücken-/Brustgurt, Dreibein, Winde EN 1496, Auffanggerät mit Rückholsystem.

Kit für enge Räume (REF. 4077)

Der Vorteil eines Berufskits? Er gewährleistet die Kompatibilität der Komponenten (ein Absturzsicherungssystem ist ein Ganzes) und verhindert das Vergessen eines Schlüsselelements. Jedes SASSI-Kit wird in seinem Koffer oder seiner Transporttasche mit Anleitungen und Konformitätserklärungen geliefert.

12. Überprüfung, Wartung und Lebensdauer (EN 365)

Eine PSA gegen Absturz muss vor jeder Benutzung visuell überprüft und mindestens alle 12 Monate von einer sachkundigen Person gründlich untersucht werden.

  • Vor jedem Gebrauch (Benutzer): Gurte, Nähte, Schnallen, Befestigungspunkte, Verbinder und Sturzindikatoren prüfen. Beim geringsten Zweifel darf die Ausrüstung nicht auf der Baustelle eingesetzt werden.
  • Mindestens alle 12 Monate (sachkundige Person): Dokumentierte periodische Prüfung gemäß EN 365 und Herstelleranleitung. Die Rückverfolgbarkeit (Lebenslaufblatt der PSA) ist obligatorisch.
  • Systematische Ausmusterung nach jedem Sturzfang – auch ohne sichtbare Beschädigung – und sobald eine gebrochene Naht, ein durchtrenntes/verbranntes/chemisch angegriffenes Gurtband, eine verformte Schnalle auftritt oder das vom Hersteller angegebene Verfallsdatum erreicht ist.
Die unsichtbare Falle: Nach einem Sturz kann das Harz der Gurte mikrofeine Risse aufweisen, ohne äußere Anzeichen. Ein Gurt, der nach einem Sturz "gut aussieht", ist nicht wiederverwendbar. Er muss ausgemustert werden, Punkt.

13. SASSI im Vergleich zum Wettbewerb: Tractel, Petzl, Honeywell, Kratos, Néofeu

Der Markt für Absturzsicherungen vereint große internationale Namen. SASSI zeichnet sich dabei als historischer französischer Hersteller aus, der sowohl vielseitig als auch in der Lage ist, maßgeschneiderte Lösungen anzubieten.

Der Sektor umfasst solide Referenzen, jede mit ihrer Spezialität: Petzl (Forschungs- und Entwicklungsführer aus dem Vertikalbereich, sehr präsent beim Seilzugang), Tractel (historisch im Bereich Anschlagleinen und Höhensicherungsautomaten), Honeywell Miller und Kratos Safety (breite Industriepalette), Néofeu (französischer Hersteller von Anschlagpunkten und Anschlagleinen). Alle teilen die gleiche normative Basis EN – dies gewährleistet die Interoperabilität eines Absturzsicherungssystems.

Die Einzigartigkeit von SASSI beruht auf ihrer Geschichte und ihren industriellen Möglichkeiten. Die Marke entstand 1920 aus dem Wissen als Sattler- und Geschirrmacher, und das Akronym sagt alles: S.A.S.S.I. = Société d'Articles de Sécurité et de Sellerie Industrielle (Gesellschaft für Sicherheitsartikel und Industriesattlerei). Sicherheit und Gurte sind buchstäblich seit über hundert Jahren in ihrer DNA verankert. Heute, unterstützt von einer 100 % französischen Industriegruppe, entwirft und fertigt SASSI Gurte, Verbindungsmittel und Falldämpfer in Frankreich (Vermerk „Fabriqué en France“ auf vielen Referenzen), beherrscht intern die Gurtband-, technische Textil- und Metallurgie ihrer Verbinder und fertigt maßgeschneiderte Gurte und Konfigurationen – bis zu 150 kg, mit möglicher Firmenkennzeichnung. Für einen Käufer bedeutet dies: Rückverfolgbarkeit, Reaktivität und einen technischen Ansprechpartner, der tatsächlich das herstellt, was er verkauft.

Häufig gestellte Fragen

Welche Norm gilt für einen Auffanggurt?

Die Norm EN 361 – die einzige, die einen Gurt als Bestandteil eines Auffangsystems zulässt. Die Normen EN 358 (Haltesystem) und EN 813 (Sitzgurt) ergänzen diese, ersetzen sie aber niemals für die Absturzschutzfunktion.

Einfaches oder doppeltes Verbindungsmittel: Welches wählen?

Ein einfaches Verbindungsmittel zwingt zum Abkoppeln, um den Anschlagpunkt zu wechseln. Ein doppeltes Verbindungsmittel (Y-Form) ermöglicht das Einhängen eines Stranges, bevor der andere gelöst wird: Der Schutz ist niemals unterbrochen. Für jede Bewegung in der Höhe wählt man das doppelte Verbindungsmittel mit Falldämpfer (EN 355).

Wie berechnet man den freien Fallweg?

Für ein Verbindungsmittel + Falldämpfer rechnen Sie mindestens 6 m: Verbindungsmittel (2 m) + Öffnung des Falldämpfers (1,75 m) + Abstand unterhalb des Anschlagpunktes (1,5 m) + Sicherheitsreserve (1 m). Wenn die verfügbare Höhe geringer ist, verwenden Sie einen Höhensicherungsautomaten (EN 360) oder ein mitlaufendes Auffanggerät (EN 353).

Wozu dient der Falldämpfer?

Er begrenzt die Aufprallkraft auf unter 6 kN, indem er kontrolliert aufreißt, was die Wirbelsäule und die Organe schützt. Nach dem Aufreißen muss er ersetzt werden.

Dorsal oder Sternal: Welcher Anschlagpunkt für den Absturzschutz?

Beide eignen sich für den Absturzschutz. Nur die dorsalen und sternalen Anschlagpunkte sind dafür vorgesehen; die seitlichen und ventralen Punkte dienen ausschließlich der Positionierung und dem Komfort.

Wann muss ein Gurt ausgemustert werden?

Sofort nach jedem Sturzfang (auch ohne sichtbare Beschädigung), oder sobald eine Beschädigung der Gurtbänder, Nähte oder Schnallen auftritt, oder bei Erreichen des vom Hersteller angegebenen Verfallsdatums. Im Zweifelsfall wird er ersetzt.

Wie oft müssen PSA überprüft werden?

Sichtprüfung vor jeder Benutzung und dokumentierte periodische Prüfung mindestens alle 12 Monate durch eine sachkundige Person (EN 365).

Werden SASSI PSA in Frankreich hergestellt und sind sie anpassbar?

Ja. SASSI entwirft und fertigt ihre PSA seit 1920 in Frankreich und stellt maßgeschneiderte Gurte und Konfigurationen her (bis zu 150 kg, Firmenkennzeichnung möglich). Kontaktieren Sie das technische Team für eine Studie.

Benötigen Sie Beratung zu Ihrer Absturzsicherungsausrüstung?

Gurtsysteme, Verbindungsmittel, Höhensicherungsautomaten, Berufssets oder Anschlagleinen nach Plan: Das technische Team von SASSI berät Sie bei der Auswahl der konformen und an Ihren Einsatzort angepassten Konfiguration.

Technisches Team kontaktieren

Dieser Artikel dient zu Informationszwecken und ersetzt nicht die Herstelleranleitung, eine Schulung für Höhenarbeiten oder die Risikobewertung für jede einzelne Baustelle. Regulatorische und technische Quellen: Verordnung (EU) 2016/425, EN-Normen, Arbeitsgesetzbuch, INRS- und OPPBTP-Ressourcen.
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